Novel Food: Neue Regelungen im Anmarsch: Für Stevia vielleicht bald Land in Sicht
Novel Food: Neue Regelungen im Anmarsch: Für Stevia vielleicht bald Land in Sicht
(pressrelations) - >(aid) - Noni-Saft hat es geschafft, Arganöl ebenfalls und bei den Phytosterinen scheint es schon fast von alleine zu gehen. Arakacha, ein kartoffelähnliches Wurzelgemüse aus Südamerika hingegen wartet noch, während Stevia-Kraut bereits einen zweiten Anlauf macht. Die Rede ist von einer Zulassung als Novel Food. Seit 1997 muss für Lebensmittel, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht in nennenswerten Mengen in Europa verzehrt wurden, bewiesen werden, dass sie die Gesundheit nicht schädigen. Erst dann dürfen sie auf den europäischen Markt. Das bestimmt die Novel Food-Verordnung. Mittlerweile wurden rund 35 solcher neuartigen Lebensmittel von der Europäischen Kommission genehmigt. 170 weitere sind als Novel Food notifiziert, das heißt sie sind geprüften Produkten so ähnlich, dass sie ebenfalls als sicher gelten. Händler und Hersteller sind von der Novel Food-Verordnung nicht gerade begeistert, denn das Zulassungsverfahren ist zeitaufwändig, bürokratisch und teuer. Dass die Zulassung zu lange dauert, meint auch die Europäische Kommission. Eine vollständige Überarbeitung der Novel Food-Verordnung soll das Verfahren daher vereinfachen. Vor allem für traditionelle Lebensmittel aus Drittländern, deren Verwendungsgeschichte belegt, dass ihr Verzehr nicht gesundheitsschädlich ist, wird eine leichtere Zulassung erwartet. Bisher liegen die neuen Regelungen aber erst im Entwurf vor, praktische Bedeutung werden sie frühestens im Jahr 2010 erlangen.
Für Stevia zum Beispiel gelten daher noch die alten Bestimmungen. Das südamerikanische Kraut beschäftigt seit Jahren die Gemüter: 300 Mal so süß wie Zucker schmeckt der Extrakt aus den Blättern. Im Gegensatz zu Zucker hat er aber weder Nährwert, noch fördert er Karies. Was Stevia-Freunde gerne als Vorteil gegenüber synthetischen Süßstoffen sehen, ist gleichzeitig das Problem: seine natürliche Herkunft. Naturprodukte können sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein, ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit lässt sich daher oft nicht eindeutig feststellen. Und was nicht eindeutig sicher ist, darf nicht auf den Markt. So auch bei Stevia. Ein erster Zulassungsantrag scheiterte im Jahr 2000, ein zweiter liegt der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zur wissenschaftlichen Bewertung vor. Die Schweiz gab im Jahr 2008 grünes Licht für Stevia. Allerdings auch nur bedingt: Das Gesundheitsamt erteilte Einzelgenehmigungen für drei Erfrischungsgetränke, die mit Stevia-Extrakten gesüßt sind. In Kräutertees darf außerdem bis zu zwei Prozent Stevia-Kraut enthalten sein. Der Verkauf von reinem Stevia-Kraut ist in der Schweiz wie hierzulande verboten. Ob die Schweizer Bewertung die Europäische Kommission beeinflusst und von der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia überzeugt, bleibt abzuwarten. Klar ist hingegen, Stevia darf zurzeit auf dem europäischen Markt als Lebensmittel weder beworben noch vertrieben werden.
aid, Dr. Christina Rempe
Weitere Informationen: Lesen Sie mehr zum Thema Novel Food, Stevia Co. in der Rubrik Verbraucherschutz unter www.was-wir-essen.de/verbraucher/novel_food.php
aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel. 0228 8499-0
Internet: http://www.aid.de
E-Mail: aid(at)aid.de
Themen in dieser Meldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Datum: 26.08.2009 - 15:34 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 113225
Anzahl Zeichen: 0
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese HerstellerNews wurde bisher 704 mal aufgerufen.
Die Meldung mit dem Titel:
"Novel Food: Neue Regelungen im Anmarsch: Für Stevia vielleicht bald Land in Sicht
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
aid (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Alle Meldungen von aid
Dr. Reuter Investor Relations: De.mem veröffentlicht Details zum neuen Produkt für Membrantechnologie
In 14 Tagen die Energiewende im Griff haben-
Von Bayern nach Frankreich und Ghana
Erneuerbare Energien effizient nutzen
Die John Waynes der Heizungsbranche