Wärmepumpen schlagen Gasheizungen: Studie von Octopus Energy zeigt langfristige Kostenvorteile

(ots) -
- Wärmepumpen zahlen sich langfristig aus
- Eine Wärmepumpe kann sich je nach System nach 5 bis 13 Jahren rechnen
- Bürokratie und Steuern bremsen den Umstieg, Reformen sind nötig
Nachdem eine vorherige Untersuchung von Octopus Energy und dem Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik der RWTH Aachen University bereits aufzeigte, dass Wärmepumpen in Deutschland aufgrund unterschiedlicher Anforderungen und Voraussetzungen erheblich teurer sind als in Großbritannien (https://octopusenergy.de/newsroom/waermepumpen-in-deutschland-fast-doppelt-so-teuer-wie-in-grossbritannien-studie-deckt-deutliche-preisunterschiede-auf), nimmt der zweite Teil der umfassenden Wärmepumpen-Studie nun eine detaillierte ökonomische Gegenüberstellung von Wärmepumpen und Gasbrennwertkesseln vor. Die Ergebnisse verdeutlichen klar, dass die Wärmepumpe mit Förderung in allen untersuchten Fällen die kostengünstigere Option ist - unabhängig vom Baujahr des Hauses oder der Art der Heizkörper, sei es Radiatoren oder Fußbodenheizung. Bei Häusern mit bestehender Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe im Preisszenario A (nach Prognos (https://www.prognos.com/sites/default/files/2023-05/Ergebnisdokumentation_Waermepumpe_aktualisiert_10032023.pdf) - es wurde das Preisszenario aus 2023 genutzt), welches eine langfristige Reduktion des Strompreises bei steigendem Gaspreis vorhersagt, auch ohne Förderung bei einer Fußbodenheizung langfristig die kostengünstigere Option. Im alternativen Preisszenario B (dem eine Studie auf der Seite des BMWK (https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/heizen-mit-65-prozent-erneuerbaren-energien.pdf?__blob=publicationFile&v=8#%5B%7B%22num%22%3A433%2C%22gen%22%3A0%7D%2C%7B%22name%22%3A%22XYZ%22%7D%2C46.845686%2C765.166817%2C0%5D) zugrundeliegt) hingegen, in welchem sowohl der Gas- als auch der Strompreis in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen, schneidet der Gaskessel ohne Förderung besser ab. Die Studie basiert auf 32 detaillierten Simulationsrechnungen, die verschiedene Gebäudetypen, Heizsysteme und Standorte in Deutschland berücksichtigen.
Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen im Praxistest
In der Untersuchung wurden zwei unterschiedliche Gebäudetypen mit Baujahren zwischen 1919 und 1994 an zwei deutschen Standorten, Berchtesgaden und Potsdam, verglichen. Dabei wurden sowohl Wärmepumpen als auch Gasbrennwertkessel jeweils in Kombination mit Radiatoren oder Fußbodenheizung betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Wärmepumpe in Häusern mit bestehender Fußbodenheizung im Preisszenario A auch ohne Förderung langfristig wirtschaftlicher ist. Im Preisszenario B mit gleichmäßigem Strom- und Gaspreisanstieg hingegen bleibt der Gaskessel ohne Förderung im Betrachtungszeitraum von 20 Jahren kostengünstiger. In Gebäuden mit Radiatoren schlägt die Wärmepumpe den Gaskessel bei den betrachteten notwendigen Vorlauftemperaturen von 65 Grad Celsius, sofern staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden. Ohne Förderung bleibt die Gasheizung hier bei heutigen Strom- und Gaspreisen kurzfristig die günstigere Option.
Wann amortisiert sich die Investition in eine Wärmepumpe?
Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist der Zeitpunkt, an dem sich die höheren Anschaffungskosten der Wärmepumpe amortisieren. Mit der aktuellen Förderung liegt der Break-even-Punkt in den betrachteten Gebäuden mit Fußbodenheizung bereits bei fünf bis sieben Jahren, bei den Gebäuden mit Radiatoren bei acht bis 13 Jahren. Ohne Förderung dauert es in den Szenarien etwa 20 Jahre, bis die Investition die Kosten einer Gasheizung unterschreitet. In Preisszenario B erreicht die Wärmepumpe ohne Förderung hingegen keine Kostenvorteile gegenüber dem Gaskessel über den 20-jährigen Betrachtungszeitraum.
Von Förderung zur Marktunabhängigkeit
Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany: "Die Studie zeigt klar: Eine Förderung bleibt vorerst erforderlich, damit Wärmepumpen in allen Gebäuden und unter allen Preisszenarien die günstigere Alternative sind. Mittel- bis langfristig müssen sich Wärmepumpen jedoch am Markt behaupten. Deshalb fordern wir eine schrittweise jährliche Reduzierung der Fördermittel, um Innovation und Kostensenkungen in der Branche anzureizen. Entscheidend ist auch: Der Strompreis im Verhältnis zum Gaspreis muss sinken, damit sich klimafreundliche Heiztechnologien auch ohne Förderung durchsetzen. Ein wichtiger Hebel ist die geplante Reduktion der Stromsteuer und der Netzentgelte - sie muss jetzt schnell umgesetzt werden. Zudem braucht es einen steigenden CO2-Preis, weniger Bürokratie und vereinfachte Installationsprozesse. Nur so kann die Wärmewende wirklich Fahrt aufnehmen.
Zur Studie
Die Studie wurde von Octopus Energy in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik der RWTH Aachen University durchgeführt. Sie basiert auf einer Vollkostenanalyse von 32 unterschiedlichen Szenarien über einen Zeitraum von 20 Jahren. Berücksichtigt wurden neben den Anschaffungskosten auch laufende Betriebs- und Energiekosten sowie zwei Preisentwicklungsprognosen für Strom und Gas.
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Datum: 27.03.2025 - 14:25 Uhr
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